Velothon Stuttgart

Velothon Stuttgart verschoben

Der Velothon Stuttgart sollte dieses Jahr seine Premiere feiern und sich in zu den Radsportevents in Berlin, Wales und Stockholm gesellen. Wir hatten das Rennen auch schon recht fest in unserem Kalender eingetragen. Aber der Veranstalter und die Stadt betonen, dass die Premiere vom Velothon Stuttgart nur verschoben und nicht geplatzt ist.

Gründe für die Absage des Velothons

Velothon Stuttgart
Velothon Stuttgart

Die Gründe für die Absage scheinen vor allem in der internen Struktur, bzw. Umstrukturierung des Veranstalters Lagardere Unlimited zu liegen. Dieser ist bekanntlich nicht nur für die Velothon Veranstaltungen verantwortlich, sondern auch für die Cyclassics, die ITU-Triathlons mit dem Triathlon in Hamburg und dem Hamburg Marathon. 2016 werden rund 140.000 Teilnehmer bei den von Lachendere Unlimited organisierten Events erwartet. Spekulationen gab es schon länger, mittlerweile herrscht Klarheit darüber, dass die gesamte Sparte „Ausdauer“ an den Veranstalter „Ironman“ aus Florida übergegangen ist. Dieser wurde wiederum vor kurzem erst in den Konzern Wanda Sports Holding des chinesischen Milliardärs Wang Jianlin integriert. Über die gesamte Expansionspolitik der Holding, kann ich den Artikel in der FAZ empfehlen, neben den Ausdauerveranstaltungen gehören Sportvermarkter und Anteile an diversen europäischen Fussballclubs zum Sportportfolio der Gruppe. Auf jeden Fall zeigen die diversen Übernahmen rund um Upsolut, Lagardere, WTC, Ironman und die Wang Holding, dass sportliche Großveranstaltungen, die zum guten Teil von der Teilnahme der Jedermänner leben – nicht finanziell, sondern emotional – Objekt von Finanzspekulationen geworden sind. Ich habe es hier schon mal beschrieben, dass die Großevents wie die Cyclassics, der Marathon Hamburg oder der Triathlon Hamburg (und perspektivisch sicherlich auch der Velothon Stuttgart) hervorragend als sportliche Höhepunkte des Jahres funktionieren. Ein Zustand, den kleinere Events leider nicht schaffen, sondern mehr als Vorbereitungswettkampf angesehen werden und so zum einen Teilnehmer verlieren, zum anderen an den gewachsenen Ansprüchen der Teilnehmer scheitern (dazu gibt es in der aktuellen Triathlon einen lesenswerten Beitrag), denn Veranstalter wie Upsolut haben die Latte extrem nach oben gehoben – die Teilnehmerzahlen geben ihnen recht.

Ob es in dieser Umbruchsituation wirklich unmöglich ist, ein neues Radevent in gewohnter Qualität auf die Beine zu stellen, kann von außen kaum beurteilt werden. Die Stadt Stuttgart schien über die Verschiebung auf jeden Fall unglücklich zu sein, hat sie doch den Ruf einer Autostatt mit sehr schlechter Luft und einem unnötigen Bahnhof.

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