Tour d´ Energie 2014

Sonntag war es endlich soweit, das erste Rennen der Saison stand an. Und mit der Tour d´ Energie das für mich sicherlich anspruchsvollste des Jahres. Sind Berlin, Münster und Hamburg doch eher flach, gibt es in Münster doch die ein oder andere Steigung die es zu erklimmen gab. Aber der Reihe nach.

Anfahrt nach Göttingen

Das Wetter zeigte sich am Wochenende in Hamburg von seiner besten Seite. Spürbar über 20 Grad und Sonne satt – quasi perfektes Radwetter. Wenn da nicht die Wettervorhersage für Göttingen gewesen wäre die abwechselnd leichten Regen mit der Tendenz zu leichtem Gewitter anzeigte. Also wurde hier bei Sonnenschein alles an Regenklamotten eingepackt, was zu finden war. Und auch unsere neuen Trikots kamen 10 Minuten vor Abfahrt mit der Post – so sollten wir wenigsten schick nass werden.

Auf der Autobahn nach Göttingen lief es dann nicht so rund, immer wieder Stau, Baustellen und relativ viel Verkehr. Und ab Northeim dann auch viel Regen, die Stimmung ließen wir uns dadurch aber nicht vermiesen.

 

Startunterlagen, Unterkunft und Kohlenhydrate

In Göttingen angekommen ging es dann schnell zur Sparkassen Arena. Dort holten wir die Starterbeutel für die Tour d´ Energie ab. Nichts aufregendes, da wir unseren Startblock (den letzten) ja schon kannten. So bezogen wir zügig unser Quartier (vielen Dank für die Gastfreundschaft) und füllten unsere Speicher mit Kohlenhydraten und Weizen.

Nachts zog dann ein stattliches Gewitter über Göttingen, was die Sorge für das Rennen deutlich erhöhte.

Start der Tour d´ Energie

Nach ausgiebigen Frühstück ging es zum Startbereich. Erst ein wenig umgeschaut, wer da noch so ist und dann langsam in unseren (hinteren) Starblock eingereiht. Insgesamt zeichnete sich die Tour de Energie ja durch eine ausgezeichnete Organisation aus, was die Veranstalter aber geritten hat, den Soundtrack von TopGun einzuspielen wird mir auf immer ein Rätsel sein. Auf jeden Fall wird es dazu mal einen separaten Artikel geben.

Die erste Rennstunde – es wird hügelig und nass

Als wir dann die TopGun-Melodie hörten, ging es auch für uns los. Zuerst neutralisiert durch Göttingen und dann ging es auch schon richtig los. Wie bei jedem Rennen Tempo zwischen 35 und 40 km/h und alles etwas unruhig. Besonders ein Fahrer ist dabei besonders aufgefallen. Immerwieder mit Vollgas und unruhigem Tritt nach vorne, dann zurückfallen lassen und alles wieder von vorn – auch so einen gibt es in jedem Rennen.
Das Wetter war bis dahin ganz gut, einzig die Straßen waren nass. Ich bin ja bekanntlich etwas vorsichtiger, was sich in einer der ersten Kurven auch ausbezahlte, der Fahrer hinter mir rutschte direkt weg. Für mich Devise genug, das gesamte Rennen vorsichtig zu fahren. Die Taktik stand.
Am ersten kleineren Anstieg gab es ein kleines Knäuel, was dazu führte, dass Felix und ich uns trennten und auch erst im Ziel wieder sahen. Ich bin die erste längere Steigung in meinem Wohlfühltempo hochgefahren, was sich ganz gut anfühlte und es zeigte sich ein was Renntypisches: In meiner Umgebung war ich hoch schneller als bergab. So war es wie gesagt am ersten Anstieg und an der steilen Stelle in Meensen. So schaffte ich in der ersten Stunde 29 Kilometer – alles im Plan.

Die zweite Rennstunde der Tour d´ Energie

Die zweite Rennstunde ist, in der ich tendenziell Zeit verloren habe. Da ich die Abfahrten aufgrund der nassen Strassen recht vorsichtig angegangen bin, haben mich hier wieder alle eingeholt, die ich vorher bergauf überholte. Aber ich fühlte mich mit meiner defensiven Fahrweise besser auch wenn dadurch hier und dort etwas vom Rennfeeling verloren gegangen ist. In Hannoversch Münden waren dann die Straßen richtig nass. Felix, der gute 10 Minuten vor mir da lang gefahren ist, hat direkt ein Schauer erwischt. Bei mir ging es so. Anschließend kam die wunderschöne Strecke entlang der Weser. Ich heftete mich an ein Duo, welches ein sehr gleichmäßiges Tempo anschlug und so konnte ich mein Puls runterfahren, was essen und mich auf den Bramwald vorbereiten. In den ging es dann zum Ende der zweiten Rennstunde. Kaum waren wir rechts ab, war von der Gruppe dich sich an der Weser bildete nichts mehr übrig. Ich fuhr vorne mein Tempo und überholte die ganze Zeit andere Fahrer. Das sollte sich bis zum Gipfel nicht ändern – ein tolles Gefühl. Wieder wählte ich einen einfachen Gang, achtete auf Trittfrequenz und Puls und so schob ich mich langsam und konstant hoch. Faszinierend waren die Wolken durch die wir gefahren sind und irgendwann waren wir über den Wolken und die Sicht wurde besser – toll. Obwphl es mehr bergab ging, endete die zweite Rennstunde nur mit einem Schnitt von knappen 26km/h.

Hoher Hagen und Bramwald – die dritte Rennstunde

Die dritte Rennstunde begann mit dem Ende des Anstiegs zum Bramwald, anschließend die Abfahrt, die für mich schon deutlich besser lief und dann ging es ja auch schon langsam aber sicher wieder hoch zum Hohen Hagen. Die ersten ansteigenden Kilometer bis zum Campingplatz fuhr ich in einer ganz gut harmonisierenden Gruppe, die sich bei der Führungsarbeit gut abwechselte. Kurz vor dem Start des Bergsprints zerfiel sie und alle quälten sich hoch. Besonders toll waren die vielen Anfeuerungen (und das nicht nur am Hohen Hagen) die mich nochmal aufpushten. So schaffte ich den Anstieg des Bergsprints in irgendwas um und bei 12 Minuten, nur eine Minute langsamer als Felix. Auch die zweite Verpflegung habe ich links (warum war die eigentlich links??) liegen gelassen und mich auf die Abfahrt gemacht. Sehr vorsichtig (daher der komische Gesichtsausdruck bei der Abfahrt) in den bekannten Kurven, dann fühlte ich mich gut und konnte dem Ende entgegenfahren. Die dritte Rennstunde war mit Hohem Hagen und dem Rest vom Bramwald mit 25km/h auch im Plan.

Vollspeed ins Ziel

Auf der Abfahrt lief es irgendwann sehr gut und ich gab Gas. Alle die mich in der direkten Abfahrt überholten habe ich nach und nach wieder eingeholt und bin mit Kette rechts in Ziel geschossen. Meist mit einer 4 auf dem Tacho ging es ohne große Hindernisse nach Göttingen. Rechts zog das angekündigte Gewitter auf, links sah ich schon Göttingen. Im Ziel angekommen freute ich mich über einen 28er Schnitt, ein tolles Rennen und das wir heil und gesund durchgekommen sind. Felix wartete im Ziel auf mich, er war gute 20 Minuten schneller und hatte einen Schnitt von knapp 31 – unglaublich, wo er doch erst 300 km in diesem Jahr auf dem Rad saß.

Alles in allem ein tolles Radsportwochenende. Nun geht es in die Vorbereitung auf Berlin…

 

Patrick Verfasst von:

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