Teilnahmegebühren bei großen Sportevents

Jedes Jahr zum Jahreswechsel, wenn die Anmeldungen zu den großen Sportevents öffnen, geht das große Schlucken und Gejammer los. Die Teilnahmegebühren sind erneut gestiegen und haben mittlerweile Bereiche erreicht – bei denen man nun wirklich nicht mehr mitmachen möchte, um den Veranstaltern nicht noch mehr Geld in den Rachen zu werfen.

Übersicht der Teilnahmegebühren nach Zeit und Länge
Übersicht der Teilnahmegebühren nach Zeit und Länge

So lese ich es zumindest in diversen Foren und auf Facebook. Und auch mir tun die Teilnahmegebühren für Marathon, Triathlon. Cyclassics und Velothon weh – aber mir sind sie es wert. Natürlich kann ich auch eine RTF für 10 Euro fahren, oder den Marathon in Öjendorf für kleines Geld laufen. Auch weiß ich, dass diese „kleinen“ Veranstaltungen mit viel Herzblut und privatem Engagement organisiert werden, aber es ist (leider) etwas anderes, ob ich um den Öjendorfer See laufe, oder durch die gesamte gesperrte Stadt – dass macht den Mehrwert aus, und deshalb bin zumindest ich bereit dafür ein Vielfaches an Teilnahmegebühren zu bezahlen. Gleichwohl ist mir klar, dass bei den Veranstaltern ein kommerzielles Interesse vorliegt, aber das ist auch bei Garmin, Brooks, Lunge, Stevens und all den anderen Ausstattern meines Sports so – und dazu lese ich selten Vorwürfe.

Teilnahmegebühren für Cyclassics, Marathon & Co.

Aber was ist zu teuer an Teilnahmegebühren, wo liegt der Grenznutzen, und wie kann man die doch arg unterschiedlichen Teilnahmegebühren vergleichen? Ich habe mich mal an eine Analyse versucht, in dem ich die Teilnahmegebühren mit zwei Variablen ins Verhältnis gesetzt habe. Zum einen zu der Strecke, also was muss ich je „Eventkilometer“ bezahlen und zum anderen zur Zeit, also was kostet mich eine „Eventminute“. Wobei hier natürlich die eigene Leistung zählt und zu einem Widerspruch führt: Je schneller ich bin, desto höher meine Kosten je Minuten. Ich habe mal meine Zeiten aus den letzten Jahren, bzw. geschätzte Zeiten für mein Leistungsniveau zu Grunde gelegt. Wenn es unterschiedliche Preisstaffelungen gibt, habe ich mich ebenfalls für die mittlere entschieden. In das Ranking sind folgende Veranstaltungen (in der Reihenfolge der Teilnahmegebühren) aufgenommen:

  1. Köhlbrandbrückenlauf – 20.00 Euro
  2. psd Halbmarathon – 34.00 Euro
  3. Giro Münsterland – 47.00 Euro
  4. Berlin Halbmarathon – 50.00 Euro
  5. Radrennen Göttingen – 54.00 Euro
  6. Velothon Berlin 60 km – 62.00 Euro
  7. Rund um Köln 100 km – 65.00 Euro
  8. Marathon Hamburg – 66.00 Euro
  9. Velothon Berlin 120 km – 68.00 Euro
  10. Cyclassics 55 km – 68.00 Euro
  11. Cyclassics 100 km – 76.00 Euro
  12. Cyclassics 155 km – 78.00 Euro
  13. Triathlon HH Sprint – 90.00 Euro
  14. Triathlon HH Olympisch – 105.00 Euro

Dies entspricht einer durchschnittlichen Teilnahmegebühr von 63.00 Euro, die im übrigen sich kaum verändert, wenn der günstigste Lauf und der Triathlon rausgenommen werden.

Teilnahmegebühr nach Preis je Kilometer

Übersicht der Teilnahmegebühren je Kilometer
Übersicht der Teilnahmegebühren je Kilometer

Schaut man sich die Preise so sortiert an, ergibt sich das zu erwartende Bild, dass die langen Radveranstaltungen deutlich besser abschneiden als die kurzen, zudem ergeben sich Sportarten-Cluster. Radrennen kosten im Durchschnitt 0,71 Euro je Kilometer, während Laufveranstaltungen mit 1,81 Euro mehr als doppelt so teuer sind. Absoluter Ausreißer ist hier der Halbmarathon in Berlin mit 2,38 Euro Teilnahmegebühr je Kilometer. Der Triathlon in Hamburg kostet im Sprint 3,60 Euro und in der olympischen Distanz 2,04 Euro.

In Summe ist das nicht sehr überraschend, da der Grundaufwand immer ähnlich sein sollte und sich nicht proportional zur Strecke steigt, sondern eher singt. Beim Berliner Halbmarathon ist sicherlich zu bedenken, dass die Veranstaltung sehr beliebt ist und immer rasend schnell ausverkauft ist, was sicherlich zu einer höheren Preispolitik beiträgt. Triathlon ist vom personellen Aufwand sicherlich deutlich höher, was sich auch in den Teilnahmegebühren widerspiegelt.

Die Teilnahmegebühren pro Eventminute

Rangliste der Teilnahmegebühren je Eventminute
Rangliste der Teilnahmegebühren je Eventminute

46 Cent – das ist mein Mittelwert, allerdings findet sich in dieser Ansicht die Clusterung nach Sportarten nicht wieder, was wohl auf meine Leistungen zurückzuführen ist. Den Marathon, den ich in doch langsamen 4:24:00 absolviert habe, hat sich aus dieser Perspektive am meisten gelohnt, während die kurze Cyclassics-Strecke die wir mit einem knappen 40er-Schnitt beendeten mit 85 Cent zusammen mit dem Triathlon das obere Ende darstellen. Hier finde ich vor allem die 100er Strecke der Cyclassics ganz überraschend, dass obwohl es eine lange Strecke ist, die Kosten je Minute recht weit oben sind, auch ist der Abstand der Teilnahmegebühr je Minute zur 120 Kilometer Strecke des Velothon Berlin mit 7 Cent überraschend groß.

Was bedeutet das jetzt?

Die Teilnahmegebühren sind wie sie sind. Meist wird ein fantastisches Event geliefert und stellt zumindest bei mir jeweils die Höhepunkte des Sportjahres dar. Dennoch vielleicht ein interessanter Ansatz – sind Euch die Teilnahmegebühren zu hoch????

Ein Gedanke zu „Teilnahmegebühren bei großen Sportevents

Schreibe einen Kommentar