Rennradwochenende im Harz

Seit Jahren war es in den Köpfen und nun endlich haben wir es mal geschafft ins nächstgelegene Gebirge aus Hamburger Sicht zu fahren. Nur knappe 2,5 Stunden Fahrzeit ist der Harz entfernt, und bietet rein topographisch beste Bedingungen für den schönsten Sport der Welt. Wenn schon in den Harz, dann auch gleich die beiden höchsten Anstiege angehen, dachten wir uns und planten für den Freitag den Wurmberg (mit der Option den Brocken noch im Anschluss zu fahren), am Samstag sollte der Brocken mit der langen Anfahrt ab Wernigerode in Angriff genommen werden.

Perfekte Straßen – aber viel Verkehr

Bei der Recherche zum Rennradfahren im Harz ist mir schon aufgefallen, dass es zwar viele Informationen gibt, aber Mountainbiken mehr im Vordergrund steht. Zwar gibt es auf den diversen Portalen im Internet viele Routenvorschläge und auch die unterschiedlichen Tourismuszentralen im Harz haben sich dem Thema angenommen, aber das Gefühl, dass Radsport eher eine Nische im Harz ist bleibt. Warum das so ist, erklärt sich nach dem Wochenende. Der Harz bietet eigentlich alles: eine wunderbare Natur, eine extrem gut ausgestattete touristische Infrastruktur, tolle und steile Anstiege und sehr gut ausgebaute Straßen. Auf eben diesen Straßen liegt auch ein wenig das Problem. Die meisten Routen, die wir gefunden haben, führten über mehr oder weniger stark befahrende Landstraßen, die bis auf eine Ausnahme nie einen Radweg hatten und die wir uns mit unglaublichen Massen an Motorrädern, Autos und LKWs teilen mussten. Dass hat das Rennraderlebnis wirklich stark gemindert. Am Samstag hatten wir ein paar kleinere Straßen, die deutlich angenehmer waren, aber auch dort herrschte noch reger Betrieb, so dass man wirklich nie mal nebeneinander fahren konnte, sondern immer ganz am Rand. Vielleicht haben wir einfach nicht die Insider-Strecken gefunden, aber die könnte man ja auch versuchen zu veröffentlichen und auffindbar zu machen.

Wernigerode als Startpunkt

Wir wählten Wernigerode im Harz aus zwei Gründen als Standort: Zum einen weil Brocken und Wurmberg von hier gut zu erreichen sind und zum anderen, weil der Ort vergleichbar günstig ans Autobahnnetz angeschlossen ist, so dass eine Anreise von deutlich unter drei Stunden möglich ist. Als stark touristischer Ort bietet Wernigerode zudem alles, was man so braucht und auch Eisenbahnliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Wir genossen bei bestem Wetter das Angebot an Open-Air-Line-Dance, wirklich wunderbar.

Touren zum Wurmberg und Harz

Direkt nach der Ankunft machten wir uns auf unsere erste Runde, die über circa 90 Kilometer durch den Harz führte. Highlight war neben dem steilen und anstrengen Anstieg zum Wurmberg auf jeden Fall die Rappbode-Talsperre, ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Ansonsten sammelten wir auf den 90 Kilometern um und bei 1.800 Höhenmeter, die uns am Abend auch schmerzend in den Beinen lagen. Und hier quälte uns schon der Gedanke an die 25 Kilometer hinauf zum Brocken. Oben angekommen machten wir uns auf eine kalte und windige Abfahrt (Tipp für Flachlandtiroler: Windweste, Regenjacke oder was auch immer mitnehmen – macht total Sinn!!!). Unten kurz an einer Tasse Kaffe aufgewärmt und dann ging es durch den hügeligen Harz mit noch ein paar knackigen Anstiegen in einem 40 Kilometerbogen zurück nach Wernigerode. Auch die Route hatte insgesamt gute 2.000 Höhenmeter und wir bereuten die Entscheidung nicht, nicht beide Berge an einem Tag gefahren zu sein. Das wäre zwar (auch) für uns schaffbar, aber dann wäre es sicherlich nicht so ein entspannten Radsportwochende im Harz gewesen. Gerade die für den motorisierten Verkehr gesperrten Wege zum Brocken und zum Wurmberg entschädigten für die vollen Strassen – was gerade am Samstag auch dazu führte, dass viele Radler zu sehen waren, dazu aber später mehr…

Patrick Verfasst von:

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