Recovery-Drink ein Selbstversuch

Riegel bei längeren Ausfahrten, Gels bei Rennen und Magnesium in der Getränkeflasche. Nahrungsergänzungsmittel sind für Rennradfahrer auch im absoluten Amateur bzw. Jedermannbereich mehr üblich als unüblich. Ziel ist es immer, möglichst schnell die benötigte Energie dem Körper zuzuführen. Zweifel ob der Wirksamkeit gibt es immer wieder, ähnlich wie Studien, die sagen, dass für den Otto-Normal-Sportler eine Banane ebenso wirksam ist, wie ein entsprechender Riegel oder ein Gel. Die Wahrheit steckt wohl wie immer im Detail und irgendwie in der Mitte. In der Februar Ausgabe der Tour gab es einen Artikel, der sich mit Recovery Shakes auseinandersetzt. Also Getränke, die nach der Belastung zu einer möglichst schnellen Regeneration des Körpers führen sollen. Der Artikel war überschrieben, ob ein handelsüblicher Kakao nicht eine identische Wirkung hätte. Gleichzeitig testete die Redaktion verschiedene Fertigprodukte, die jedoch entweder sehr teuer, oder mit minderwertigen Proteinen versetzt waren, allerdings machen jedoch gerade die Proteine den Unterschied zum Kakao.

DIY Recovery-Drink für Rennradler

Was soll jetzt der Vorteil der Shakes sein? Schnellere Erholung und durch den Zusatz von Kohlenhydrate und der Verzicht von Fett auf eine Sättigung, was wohl gerade Sportlern zugute kommen soll, die durch das Rennradfahren Gewicht verlieren möchten. Ich kenne es von mir, dass ich nach einer längerem Tour wirklich Hunger habe und entsprechend Esse, was dann keine Gewichtsabnahme zur Folge hat. Da die Tour eine Alternative vorgeschlagen hat, wie ein solcher Shake selbstgemacht werden kann. Vorteil hier: ich weiß was ich mir da rein tue. Die Zutaten sind denkbar einfach: Reines Kakaopulver (stehe nicht auf Kaba und Co), etwas Zucker für den Geschmack, Kohlenhydrate in Form von Maltodoxtrin aus Mais, hochwertige Wheyproteine und als Grundlage Milch oder Wasser. Das wars.

Nahrungsergänzungsmittel kaufen – kurz vor unseriös

Der Entschluss war gefasst, also los die Zutaten kaufen. In der Tour stand, Proteine und Maltodextin würden in der Drogerie zu haben sein. In Wirklichkeit helfen aber nur Onlineapotheken und „Fachhändler“ weiter. Es waren schon eher die komischen Momente, in der Apotheke in Altona zu stehen und nach Wheyproteinen zu Fragen – wie muss es sich erst mit Epo anfühlen 😉

Anwendung nach dem Rennradtraining

Als die bekannten großen Dosen mit der Post ankamen, konnte der Selbstversuch richtig starten. Nach jedem Rezept (siehe unten) wurde und wird der Mixer angeworfen. Und manche Versprechungen treffen wirklich ein. Ein Glas nach dem Training und der akute Hunger ist gestillt – und das auch für eine ganze Zeit, so dass ich kein weiteres Essen nach dem Training brauche, was zu einer spürbaren Gewichtsreduzierung geführt hat. Ob die Muskelkraft durch die zusätzlichen Proteine gestiegen ist, kann ich nicht beurteilen, auch nicht, ob die Erholungsphasen kürzer geworden sind. Die besseren Trainingszeiten führe ich auch auf die Trainingsintensität und dem geringeren Gewicht zurück – schaden tut es auf jeden Fall nicht.

Nicht ganz unwichtig: Der Geschmack

Maltodextrin in Milch schmeckt zunächst mal nach gar nichts. Mit einem Esslöffel Kakao wird es schmackhafter. Problematischer wird es mit dem Wheyprotein, welches doch einen recht muffigen Geschmack mitbringt. Meine Lösung: etwas Zucker und ein Strohhalm. Auch sollte der Shake nach dem Mischen recht schnell getrunken werden, er wird nicht besser, wenn er lange steht.

Nun das Rezept für den DIY Recovery-Drink

20-25 Gramm Wheyprotein (Molkeeiweiß), 1 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht, bestehend aus zwei Drittel Kakaopulver. Wichtig Es sollte keine Fruktose enthalten! Dazu mindestens 400mg Natrium  – je nach Schweißverlust. (Ich trinke eh immer noch Wasser dazu…)

Die Zutaten in der Übersicht:

Recovery-Drink

Patrick Verfasst von:

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