Münsterland Giro 2013

Somit ist auch das dritte Rennen der Saison Geschichte. Und für mich sollte es das schnellste werden, aber der Reihe nach: 
Als wir anreiste – überall Absperrungen
Ursprünglich planten Felix und ich, erst am Renntag nach Münster zu reisen, aber weil uns das doch arg stressig vorkam, fuhren wir schon am Mittwoch-Abend in die deutsche Fahrradhauptstadt. Felix hatte ein nettes Zimmer organisiert, welches in direkter Nähe zum Ziel lag – sehr praktisch. Da wir doch erst etwas später in Münster ankamen, konnten wir unsere Startunterlagen nicht mehr abholen und so blieb nur der Weg zum Italiener und eine Runde durchs Partymünster, bis es ins Bett ging. 
Um kurz vor sieben Uhr klingelte dann schon wieder der Wecker. Fertigmachen, frühstücken und dann ging es auch schon los zum Zickzack durch Münster. Vom Ziel zu den Startunterlagen, dann zum Ziel zur Startbeutelabgabe, von dort via unfreiwilligem Umweg zum Ziel. Alles war super organisiert, aber das schien uns doch etwas umständlich. Am Start dann ein ganz anderes, entspannteres Bild als in Berlin und Hamburg. Unser Startblock war 30 Minuten vor dem Start noch völlig leer. Also rumstehen, schauen und warten. Irgendwann sind wir dann doch in den Block und dann ging es naturgemäß auch recht schnell los. Schnell los war dann auch das Motto der ersten 10 bis 20 Kilometer. Geschwindigkeiten jenseits der 40 in riesigen und unterschiedlich fahrenden Gruppen. So ging es durchs beschauliche Münsterland. In diversen Foren wird das Rennen in Münster als ruhig und gesittet beschrieben, eine Einschätzung die wir so nicht teilen konnten. Zum Teil wurde schon recht hektisch gefahren, obwohl weder die Strecke, noch die Gruppenkonstellation dafür Anlass gaben.

Münsterland Giro 2013
Im entspannten Startblock

Entsprechend musste der erste Sturz in unserem direkten Umfeld nicht lange auf sich warten. Breite Strasse und über die gesamte Breite lagen die Radfahrer. Wir konnten an der Unfallstelle vorbei und mussten uns langsam an den Gedanken gewöhnen, dass der starke Wind auch irgendwann von vorne kommen würde – und das kam er auch. Sogleich wurde das Rennen härter und langsamer. Wir verloren eine große Gruppe und sprangen so hin und her – bei einem Kreisverkehr war ich kurz abgelenkt und habe tatsächlich die falsche Richtung genommen, so dass ich den Anschluss an die große Gruppe endgültig verloren haben. Felix hat mein Missgeschick zum Glück mitbekommen und hat auf mich gewartet, und wir machten uns zu zweit auf den Weg, dabei sammelten wir immer mehr einzelne Fahrer ein, die sich aber nur sehr wenig in die Führungsarbeit einbrachten, so dass Felix an erster und ich an zweiter Stelle fuhren. Nach 15-20 Minuten war uns das doch zu viel und wir baten um Ablösung, aber keiner wollte – und die Gruppe bestand mittlerweile aus sehr sehr vielen Personen. Wir haben dann einfach das Tempo deutlich gedrosselt, so dass es denen hinter uns zu langsam wurde und wir waren die Führung los. Ich reihte mich etwas weiter hinten ein, um ein wenig Kraft zu tanken, Felix blieb weiter vorne. Was wir nicht ahnten, das wir mit dieser Gruppe auch (fast) das Ziel erreichen würde. Für mich war das halten der Gruppe gerade nach Kurven und bei Windkanten ein harter Kampf. Nach Kurven ging die Geschwindigkeit gerne in den 50er Bereich bis wieder alle zusammen waren. Ebenso anstrengend waren die Windkanten, die das Feld immer weiter schrumpfen ließen, aber Felix und ich schafften es bis 8 Kilometer vor dem Ziel in einer Gruppe zu bleiben, dann konnte ein Fahrer fünf Positionen vor mir die Gruppe nicht halten und schnell war eine zu große Lücke entstanden. Der Wind kam wieder von links vorne, so dass das Tempo runter ging, ähnlich die Kraftreserven. Die letzten Kilometer gingen auf einer breiten, gut asphaltierten Strasse schnurgerade ins Zentrum von Münster. Und da passierte der zweite Sturz. Direkt vor mir rutschte ein Fahrer ohne jeden ersichtlichen Grund einfach weg. Vollbremsung, Kurve, Glück gehabt und schnell weiter auf die letzten vier Kilometer. Am Ende war noch Kraft für einen kleinen Sprint und nach 2:29 stoppte die Zeit. Felix war knappe zwei Minuten vor mir im Ziel. Im Durchschnitt macht das einen 37er Schnitt, mit dem starken Wind eine durchaus gute Leistung, die uns in die vordere Hälfte der Teilnehmer beförderte. Der Gewinner brauchte übrigens 18 Minuten weniger als wir.

So vielseitig war das Rahmenprogramm
Im Ziel was getrunken und ein wenig geschaut, da uns doch recht schnell kalt wurde, sind wir zurück in die Wohnung, duschen und dann auf die ansprechende Messe mit entsprechendem Begleitprogramm. Anschließend zum Auto und mit einem kurzen Stop bei einer Burgerkette ging es nach Hamburg zurück. 
Der Münsterland Giro 2014 war insgesamt eine tolle Veranstaltung, die Strecke war nicht sehr selektiv, aber durch den Wind wurde das Rennen doch sehr anstrengend. 
Patrick Verfasst von:

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