Mit dem Rennrad auf den Brocken

Für Hamburger Rennradler ist es echt schwierig richtige Anstiege in der direkten Umgebung zu finden, neben einzelnen Wellen und Hügeln ist in einem Umkreis von 250 Kilometern nix zu finden. Erst dann erstreckt sich das nördlichste deutsche Mittelgebirge – der Harz, mit seinem höchsten Berg dem Brocken.

Der Brocken

Mit 1141,2 Metern über Normalnull ist er der höchste Berg im Norden Deutschlands und mit seinen Wetterstationen von weit her schon gut sichtbar. Auf den Brocken kann man entweder ab Wernigerode mit einer alten Dampfbahn, zu Fuß, mit dem Pferdefuhrwagen oder eben mit dem Rad. Eine Seilbahn, wie zum Wurmberg gibt es nicht.

Anfahrt zum Brocken mit dem Rennrad

Der eigentliche Anstieg zum Brocken beginnt in Schierke, um dort mit dem Rennrad hinzukommen gibt es zwei Möglichkeiten, die den Charakter des Anstiegs auch deutlich verändern können.

Variante 1 über Elend

Diese ist meistens dann zu fahren, wenn man aus Richtung Braunlage oder Tenne kommt. Dann führt der Weg nach Schierke über Elend. Hier beginnt der Anstieg dann schon mit L99, bevor es links ab nach Schierke geht.

Variante 2: Brocken ab Wernigerode

Deutlich anspruchsvoller ist der Weg über Wernigerode und die L100. Kaum ist der Ortskern von Werningerode verlassen, geht es bergauf. Mit Steigungswerten von nicht selten über 10 Prozent ist hier schon richtig Kraft gefordert. Bis zum Gipfel auf dem Brocken sind so über 25 Kilometer kletterei zu absolvieren, quasi alpines Terrain.

Das Segment bei Strava weist einen Höhenunterschied von 881 Metern aus, kurz vor der Abbiegung in den Ort Schierke verliert man noch ein paar Höhenmeter und Schierke selbst ist auch mehr oder weniger flach. Ab Schierke wird der Verkehr auch deutlich weniger, der zwischen Wernigerode und Schierke auf der L100 doch recht nervig sein kann. Richtig ruhig wird es ab der „Schranke“ in Schierke, ab hier sind nur noch Räder und Fuhrwerke erlaubt. Das erste Mal taten wir uns etwas schwer den richtigen Weg zum Brocke zu finden, aber man muss sich einfach nur „rechts“ halten und dann passt das schon. Hier eine weitere Beschreibung des Anstiegs.

Der Aufstieg zum Brocken ab der „Schranke“

Bei gutem Wetter ist die Aussicht vom Brocken über Norddeutschland phantastisch.
Bei gutem Wetter ist die Aussicht vom Brocken über Norddeutschland phantastisch.

Zunächst ist der Brocken sehr gnädig. Nicht allzu hohe Steigungswerte, perfekter Asphalt und ein wunderschöner Asphalt lassen Freude aufkommen. So geht es einige Kilometer, bis die Straße eine Rechtskurve über einen kleinen Bach macht und ab hier wird es deutlich steiler, aber immer noch gut fahrbar. Wie bei den meisten Bergen wird es auch beim Brocken zum Ende hin immer steiler. Zunächst ist da die lange gerade nach einer Linkskurve, die kein Ende nehmen möchte bevor es erneut über die Schienen der Dampfbahnen geht und die letzten Steilen 300 Meter beginnen. Hier ist auch die Baumgrenze erreicht und zur linken hat man schon einen wunderbaren Blick auf den Wurmberg.

Rennrad Harz
Windiges Gipfelbild. Aber 1142 Höhenmeter müssen dokumentiert werden.

Dann ist der Aufstieg mit dem Rennrad zum Brocken auch bald geschafft. Zunächst erscheint die Bahn-, dann die Wetterstation. Bei gutem Wetter hat man oben eine wunderbare Aussicht über Norddeutschland. Bei schlechtem Wetter wird es schnell kalt und unangenehm. Was hoch mühselig erarbeitet wurde, rauscht bergab in nicht mal 15 Minuten wieder an einem vorbei. Die Abfahrt hat nur wenige scharfe Kurven, so dass auch ungeübte Alpinisten hier in einen Geschwindigkeitsrausch verfallen dürfen. Vorsicht ist nach der Schranke in Schierke geboten, dort befinden sich böse Hubbel im Asphalt – aber sonst Feuer frei.

Der Brocken im Strava Segement

Fazit zum Brocken

Super Trainingsrevier in Norddeutschland für alle Leistungsklassen. Mit einer entsprechenden Übersetzung ist er auch für weniger trainierte Radler zu bewältigen. Die fitteren können ihn ja schneller, öfter, ab Wernigerode oder in Kombination mit dem Wurmberg fahren.

Patrick Verfasst von:

2 Comments

  1. Sebastian
    27. Oktober 2016
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    Danke für den Bericht – werde ich im nächsten Frühjahr gleich mal selbst ausprobieren.

  2. Holger Heimberg
    16. Juni 2017
    Reply

    Von Bad Harzburg über Torfhaus -Braunlage – Wurmberg – Elend – Schiere – Brocken und gleiche Strecke bis auf Wurmberg wieder zurück. Eine sehr schöne Strecke, ca. 100 km und 2300 HM. Einige Teilstück gehen bis 20% Steigung, ansonsten sind im Aufstieg ca. 8-12% zu fahren. Ich konnte gut mit 53/39 er Übersetzung fahren, hinten mit 11-26er Cassette. Der Asphalt der „Brockenstraße“ ist neu gemacht worden, hier kann man es jetzt auch bergab richtig laufen lassen. Allerdings wohl nur innerhalb der Woche, am Wochenende wird dort vermutlich viel los sein. Der Wurmberg ist kürzer, gilt jedoch als schwieriger. Dieses habe ich so nicht empfunden, ganz im Gegenteil. Das unschönste Stück ist von Braunlage Richtung Torfhaus, es ist derart unrythmisch das es schon beinahe nervt.

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