Der Velothon in Berlin – oder das Suchen nach der richtigen Gruppe

 

Dieses Wochenende war es endlich soweit – es ging zusammen mit Felix zum Velothon nach Berlin und es sollte sich zeigen, ob sich das Training der vergangenen Wochen gelohnt hat. Vor dem Start gab es jedoch die ein oder andere Panne:

Es fing schon an, als ich am Samstagvormittag feststellte, dass ich mir bei unserer Runde am Freitag einen nicht ganz kleinen Stein in den Reifen gefahren hatte und der nun entsprechend Luft verliert. Also musste auf der Messe in der Berlin noch neues Material gekauft werden. Die Fahrt nach Berlin war entspannt, und nach einigem Gesuche fanden wir einen guten Parkplatz direkt an der Siegessäule. Von dort ging es zu Fuß zur Anmeldung und eben zur Messe. Das hat alles wunderbar und entspannt geklappt. Als wir wieder am Wagen waren, eröffnete dort die mobile Werkstatt.

Sindt Consulting Cycling Team beim Velothn Berlin
Werkstatt an der Siegessäule

Während ich Mantel und Schlauch wechselte, dokterte Felix an seiner Kette rum. Die hatte er noch gewechselt, dennoch sprang sie manchmal über die Ritzel, was ihm wirklich sorgen machte, aber ein Ersatzritzelpacket für seine Schaltgruppe war am Samstag nicht mehr aufzutreiben – aber es hat alles gehalten. Ein wenig gewundert haben wir uns über die vielen vielen Polizeiwagen, die immer in Richtung Velothon-Messe gefahren sind, so richtig haben wir uns dabei aber nichts gedacht. Als ich durch den Tiergarten zu meiner Unterkunft fahren wollte, war der gesperrt und später stellte sich heraus, dass direkt an der Veranstaltung ein in Alufolie eingewickelter Rucksack gefunden wurde. Schade für die Kinder, die dort gerade Ihr Rennen fuhren, welches dann abgesagt werden musste. Den restlichen Samstag verbrachten wir mit Sightseeing und abends ging es auf eine sehr leckere Pizza und kühlen Getränken in den Beach-Club. Das Wetter war ja herrlich und sollte auch am Sonntag so bleiben.

Nach einer unruhigen Nacht ging es dann gar nicht so früh los. Eine Startzeit von 9,45 Uhr ist wirklich human und macht es ein wenig leichter das ganze Frühstück in sich hineinzustopfen. Als ich am vereinbarten Treffpunkt eintraf klingelte schon mein Telefon: Felix stand mit einem Platten am Potsdamer Platz. Also hin da, geholfen und dann zu einer der vielen Servicestationen von Stadler. Die waren wirklich fleißig. Anschließend ging es in unseren Startblock „F“ und eine gute 3/4 Stunde vor dem Start waren wir gar nicht soooo weit vorne, wie wir es uns erhofft hatten – eher so in der Mitte.

Sindt Consulting Cycling Team beim Velothn Berlin
Warten auf den Start

Die Zeit dort verging wie immer recht zäh, aber irgendwann setzte sich auch unser Block in Bewegung. Und schon früh sollte sich die Charakteristik dieses Rennens zeigen: Wir fanden nicht die richtige Gruppe. Unser Ziel war es auf keinen Fall über 3 Stunden 10 Minuten ins Ziel zu kommen, viel lieber wollten wir eine Zeit unter drei Stunden erreichen. Das bedeutet einen Schnitt von 38 km/h. Und am Anfang war weit und breit keine Gruppe zu sehen, die auch nur jenseits der 33 gefahren ist. Also machten wir uns auf eine Gruppe einzuholen, die entsprechend zu fahren schien. Das stellte sich als richtige Entscheidung heraus, mit der Gruppe sind wir dann bis hinter den Grunewald gefahren. Immer mal wieder gab es aber Momente wo das Tempo deutlich Richtung 30 km/h gegangen ist – was uns dann immer etwas zu lahm war. Hier fehlte uns vielleicht ein wenig die Clevernes, dass wir immer wieder zu Gruppen gesprungen sind, oder selbst eine „aufgemacht“ haben, aber es lief gut. Die erste Rennstunde hatten wir einen Schnitt von 38 (die Havelchaussee war nicht so schlimm wie erwartet), in der zweiten Rennstunde immerhin von 39 – also voll im Zeitplan – bis die B101 kam. Wir sind nur mit einer kleinen Gruppe auf die Bundesstraße gekommen, auf der es sich wegen dem sehr groben Asphalt und recht unangenehmen Gegenwind nur mühsam fahren ließ. Wir haben dann vorne das Tempo gemacht und sind zu einer größeren Gruppe aufgeschlossen. Kurze Verpflegung und weiter ging es in sehr bummeligem Tempo. Uns war das zu langsam, Felix setzte sich an die Spitze der Gruppe und zog das Tempo an. Ich war mitten im Pulk und sah von dort, dass nur wenige Felix folgten. Bis ich aus der Gruppe rauskam, war schon eine beachtliche Lücke entstanden, die mir aber schaffbar schien und ich machte mich auf – ein Fehler, der sich später schmerzhaft bemerkbar machen sollte. Nach einiger Zeit erreichte ich Felix und war nach 85km schon recht kaputt und die Gruppe an die ich herangefahren bin, wurde auch immer langsamer, so dass wir die auch wieder überholt haben. Im Zickzackkurs durch Berlin merkte ich dann, dass meine Kräfte langsam schwanden und mein Puls schon seit Ewigkeiten in ungesunden Höhen unterwegs ist. Ich meinte zu Felix, dass er vorfahren könne, aber er begleitete mich auf meinem Leidensweg bis in Ziel, obwohl er noch Reserven hatte. Das Rollfeld von Tempelhof war dann kein Highlight, sondern hat nur genervt. Doofe, enge Einfahrt mit einer Kante, schlechter Asphalt, Wind und eine ebenfalls doofe Ausfahrt – meiner Meinung nach könnte man darauf verzichten. Als wir das Flugfeld verlassen haben, überholte uns die Gruppe, die auf der Bundesstraße so langsam gefahren ist, was mir ein wenig die Motivation genommen hat – aber es waren ja nur noch ein paar Kilometer. Der längste war der letzte. Ich dachte auf der Zielgeraden jetzt noch mal alles gegen, 1000 Meter sind ja nicht viel und trat rein, was die Beine hergaben und dachte, gleich muss doch das Ziel kommen, aber es waren erst 200 Meter geschafft – dann sah ich die Meteranzeigen für die Profis und dann war es auch endlich da: Das Ziel! 3 Stunden 5 Minuten! Einen Durchschnitt von 36,6 km/h, Platz 2333 von 5000.

Und ich war wirklich kaputt!
Neben dem erreichen des Hauptziels, gesund und munter ins Ziel zukommen – wir haben wirklich viele Verletze gesehen, aber keinen Unfall in unser direkten Nähe – kam bald das Gefühl auf, dass da mehr drin gewesen wäre und wir uns taktisch einfach unklug verhalten haben und ich dadurch massiv Kraft investiert habe, die mir zum Ende hin fehlte – aber man lernt ja aus seinen Fehlern.
Sindt Consulting Cycling Team beim Velothn Berlin
kaputt und konzentriert vor dem Brandenburger Tor
Ansonsten war der Velothon eine gelungene Veranstaltung mit einer guten Organisation. Die Strecke fanden wir – obwohl sie mir alles abverlangte – ein wenig langweilig. Die Havelchaussee hat das Feld wenig auseinander gezerrt und anschließend ging es zwar über hübsche Chausseen durch Brandenburg, aber so richtig Rennstimmung ist da nicht aufgekommen. Auch die Kilometer auf der Bundesstraße waren sehr öde. Keine Zuschauer, kein gar nichts und der Flugplatz hat auch nicht so richtig überzeugt. Als es nach dem Flugplatz durch Kreuzberg ging, wurde es wieder besser und hat gleich mehr Spaß gemacht.
Im Zielbereich haben wir uns dann über die Getränke hergemacht und anschließend was zu essen gesucht und noch zwei Durchfahrten der Profis angeschaut. Anschließend geduscht und dann ging es auch schon zurück nach Hamburg, wo um neun, ein tolles und anstrengendes Rennradwochenende endete.
Patrick Verfasst von:

4 Comments

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    25. Januar 2014
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